Begegnungen

Teilnehmer der Jugendbegegnung

Im September 2018 fand eine Jugendbegegnung zwischen acht tansanischen jungen Frauen und Männern und neun deutschen jungen Frauen und Männern statt.

Betreut wurde die Begegnung auf deutscher Seite durch den Dekanatsmissionspfarrer Karsten Schaller für das Prodekanat München Südost und die Dekanatsmissionspfarrerin Dagmar Häfner-Becker für das Prodekanat München Ost auf deutscher Seite und Pfarrerin Yuster Mgeyekwa und den Schatzmeister des Dekanats Makambako im südlichen Hochland Tansanias, Berenick Kihombo.

 

Die erste Woche verbrachte die Gruppe im Schullandheim des Wittelsbacher Gymnasiums in Endlhausen. Von Beginn an waren wir nicht allein, sondern geleitet durch den Geist Gottes. Ohne viel abklären zu müssen haben alle gemeinsam gekocht und jeder hat Aufgaben übernommen, wo es notwendig war. Wir haben gebetet und gesungen, neue Lieder gelernt und ein bisschen in die andere Sprache schnuppern können. Verständigt haben wir uns auf Englisch. Wir mussten uns an die Aussprache der Tansanier gewöhnen und sie an unsere.

Das Tempo, in dem wir Dinge getan haben, hat sich automatisch auf wohltuende Art und Weise verlangsamt. Wir brauchten die Zeit für die Kommunikation.

Im Kletterwald in Vaterstetten schmunzelten die Tansanier über den Kletterweg „Kilimanjaro“. Als der Championsleague Song in der Allianz Arena erklang, fühlte sich ein tansanischer Teilnehmer als würde er zu einem Championsleague Spiel einlaufen. Es war für ihn das Erlebnis seines Lebens.

Teilnehmer der Jugendbegegnung im Gespräch mit dem PEM

Auf Glentleiten wurde uns durch die Tansanier bewusst, dass es der Fleiß, die Ideen und die Innovationskraft von Jahrhunderten sind, die unser Land heute wirtschaftlich prägen.

In vielen Reflexionseinheiten haben wir uns über Werte und unsere Identität ausgetauscht.

Während Selbstständigkeit für die deutschen Jugendlichen ein sehr hoher Wert war, rangierte er bei den Tansaniern relativ weit hinten.

Religion war zwar für die Tansanier etwas wichtiger als für die deutschen Jugendlichen. Aber sie hatte auch auf deutscher Seite einen hohen Stellenwert. Interessant war die Diskussion, was Religion ist. Die Jugendlichen fanden heraus, dass das nicht so einfach zu beantworten ist und dass Vieles zur Religion gehört.

In einer Bibelarbeit fand ein tansanischer Jugendlicher heraus, dass Neid niemals gerechtfertigt ist. Wenn es einem wert ist, dass man etwas möchte, sollte man selbst über den Weg nachdenken, es zu erreichen oder zu bekommen.

Für die Deutschen hat sich ihr Selbstbild verändert, als sie von den Tansaniern erfuhren, wie hoch diese ihre Gastfreundschaft einschätzten. Und die deutschen Jugendlichen waren überrascht, wie kollektiv sie und auch unsere Gesellschaft denken.

Das Wochenende verbrachten die Jugendlichen in den Familien und besuchten die Gottesdienste in ihren Kirchengemeinden, wo es Gelegenheit zur Begegnung gab.

Die anschließende Zeit verbrachte die ganze Gruppe im Selbstversorgerhaus in Gelbenholzen bei Fürstenfeldbruck.

Die Tansanier brachten viele Eindrücke von den Familien mit: dass Männer oder die ganze Familie kochen, dass gemeinsame Ausflüge gemacht werden u. v. m.

Jugendbegegnung bei der Stadtführung

Neben vielen anderen Reflexionseinheiten gab es eine München-Führung, ein Treffen mit den Pfarrern in den Dekanaten und den Missionsbeauftragten der Kirchengemeinden.

Ein Highlight war der Besuch in der Seniorenresidenz in Deisenhofen. Die Jugendlichen wurden durch die Einrichtung geführt und mit der Arbeit dort vertraut gemacht. In der anschließenden Diskussion mit dem Leiter des Hauses und Pflegepersonal sagte ein tansanisches Mädchen, wie dankbar sie sei, eine solche Einrichtung gesehen zu haben. Sie stellte zutiefst fest, wie sehr sich dort um die älteren Menschen gekümmert wird und wie sich Menschen Gedanken machen, dass man beispielsweise mit dementen Menschen gut in Kontakt kommt und ihnen ein gutes Leben ermöglicht. Und für die deutschen Jugendlichen hat sich der Blick auf Einrichtungen der Altenhilfe verändert. Bisher waren sie zumeist nur geprägt durch kritische Berichte aus der Presse.

Nach einigen weiteren Programmpunkten ging die Jugendbegegnung zu Ende.

Zum Schluss waren sich alle einig: Ja, wir sind unterschiedlich. Aber wir können mit diesen Unterschieden gut zusammenleben.

Nun werden sich die deutschen Jugendlichen im kommenden Jahr auf ihre Reise nach Tansania im Sommer 2019 vorbereiten. Schon jetzt können sie es kaum erwarten, ihre Freundinnen und Freunde wieder zu sehen und zu sehen, wie sie leben.

In der Zwischenzeit gibt es regen Austausch über die What´s App – Gruppe und sicher das ein oder andere Geschenk zu Weihnachten.