Münchner Missionstage 2018 am Petersberg 26.-28.01.2018

THEMA:  BeWerte Partnerschaft?  Werte kennen, Werte verhandeln, Werte leben

 

„Wie schön, mal wieder da zu sein“ dachte ich mir, als ich am Freitag am späten Nachmittag am Petersberg ankam. Dieser Gedanke kam mir immer wieder in den zwei Partnerschaftstagen – beim Essen, bei Diskussionen mit alten und neuen Bekannten, bei den Übungen und Arbeitsrunden mit Christoph Pinkert, dessen berufliches Spektrum sich neben vielem anderen um Friedens- und inter- bzw. transkulturelle Arbeit dreht, und vor allem bei der Andacht in der Basilika und beim Feierabendmahl am Samstag Abend. Spirituelle Erlebnisse sind im Alltag einfach viel zu selten!

 

 

Bewegung und Stillsitzen, Zuhören und Selber machen

Bereits am ersten Abend zog Christoph Pinkert uns mit seiner Art, in das Thema „Werte“ einzuführen, in den Bann. Die Abfolge von Bewegung und Stillsitzen, von Zuhören und Selber machen, von Diskussion und Reflexion machte die Beschäftigung mit dem Thema abwechslungsreich und anregend und ließ uns gespannt auf die Fortsetzung am Samstag in den Abend gehen.

Werte und ihre Deutung sind eine persönliche Sache

 

Was wir vor allem gelernt haben von und mit Christoph Pinkert ist, dass Werte in der praktischen Arbeit zu allererst etwas Eigenes sind, etwas, das mir persönlich wichtig ist. Natürlich werden Werte  wie Freiheit, Würde, Solidarität, Gerechtigkeit, Wahrheit, Ehre, Treue, Gleichheit, Gesundheit und Schönheit (Ästhetik) in einer Kultur auch geteilt, sie gelten auch über Grenzen hinweg, aber ihre Deutung ist eine persönliche Sache.

 

Andere Länder, andere Sitten?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir unsere Übung rund um „andere Länder, andere Sitten am Beispiel Essen“ – wie gehe ich damit um, wenn meine tansanischen Gastgeber mir ein üppiges Essen vorsetzen, mit viel Fleisch, wenn ich doch zu Hause eher kein Fleisch esse? Überwinde ich mich und esse es trotz all meiner Vorbehalte (Anpassung)? Lehne ich es rundweg ab (Ausgrenzung)? Sage ich ganz ehrlich, dass ich Fleisch nicht mag (integratives Verhalten) oder mogle ich mich am Fleisch vorbei (Separation)? Dass es in der Partnerschaftsarbeit sehr wichtig ist, Werte zu kennen und zu verhandeln – nicht nur im Umgang mit fremder Küche – wurde in bewegten und bewegenden Übungen sehr deutlich.

Geschenke in der Partnerschaft

Ein weiteres, ebenso aktuelles Thema stand am Sonntag Vormittag auf der Tagesordnung:

Wie verhält es sich mit Geschenken in unseren Partnerschaften mit den Gemeinden in Tansania? „Geschenke geben – Geschenke nehmen: wo bleibt da die Augenhöhe?“ Viele Ideen wurden zusammengetragen, das Fazit ist: gute Geschenke machen Freude, sind teilbar, kommen von Herzen und beschämen nicht.

Bleibt zu sagen, dass der Petersberg ein wahrhaft gastfreundliches Haus ist, in dem es sich sehr gut arbeiten lässt, wo jedes Essen wunderbar schmeckt und jedes gemütliche Beisammensein zur Erholung und Entspannung beiträgt.  Danke allen, die vorbereitet und auch allen, die mitgemacht haben! Ich freu mich schon aufs nächste Jahr!

Ulla Wolf, Michaelskirchengemeinde Ottobrunn

Gedenken an Herrn Dr. Jochen Fricke

Gedenken an Herrn Dr. Jochen Fricke,

der am 17. Januar 2018 verstorben ist.

Dear Rev Schaller and friends in Munich, The news of passing on of our big friend Joachim Fricke has come as shocking news. We understand that another big and strong pillar of our partnership is gone after Rev Mgovano (Rev. Mgowano war der Altdekan von Makambako, der am 21.12.217 verstarb Anm.d. Verfassers). However, we will always celebrate their contribution and cherish their wisdom. Please be assured that our prayers and thoughts are with you as we celebrate his life. Please accept our condolences from MAIL.

Kind regards

Rev. Dr. Gabriel E. Nduye

Ich kann mich nur diesen Zeilen des jetzigen Dekans aus Makambako anschließen. Jochen (wir waren per Du) war nicht nur eine Stütze sondern vielmehr der Mitbegründer der Partnerschaft zwischen den Gemeinden vom Münchner Osten und Dekanat Makambako. Das Münchner Modell, die direkte Partnerschaft zwischen den Gemeinden, ist ohne seinen konsequenten Einsatz, gegen manche Hindernisse, nicht denkbar.

Die Anfänge der Partnerschaft

Angefangen hat alles 1984 mit der ersten Partnerschaftsreise von Dekan Bogdan, Missionspfarrer von Lepel, Pfr. Luther von Gustav-Adolf und Pfr. Eras. Jochen in München und der damalig Dekan Mgovano in Makambako waren das Team das den Partnerschaften Leben einhauchte. Dazu gehörte auch die persönliche Freundschaft zwischen Jochen und Dekan Mgovano und auch der Makambako-Mix, zu gleichen Teilen Rotwein und Coca- Cola, in einer Gaststätte in Makambako genossen. Nun das ist vorbei, außer der dankbaren Erinnerung, auch an die Freundschaft mit Jochen und so manchen persönlichen Gespräch, das ich mit ihm nach seiner aktiven Partnerschaftszeit führen durfte.

Erinnern werde ich mich auch an meine erste Partnerschaftsreise mit Jochen 1998, zu der er mich immer wieder ermuntert hatte. Und uns dann, nach zweitägiger Reise, Pastor Mgovano – auch damals schon Altdekan- in Makambako außerordentlich herzlich begrüßt hat. Unsere Containersendungen waren schon immer Jochens persönliches Anliegen, Mitmachen, Anpacken – auch wenn manchmal sein Rücken dagegen war -, das System am Laufen halten, das war seine Sache. Viel habe ich da von Jochen lernen dürfen, er machte die Abwicklung mit der Spedition, weil er ja auch Kassenwart war und ich die zollfähigen Packlisten. Damals allerdings noch per Hand, ohne Exceldateien.

Im Dezember 2018 ging Pastor Mgovano, jetzt im Januar hat uns Jochen verlassen

Jüngere werden nachrücken, mit neuen Ideen und Vorstellung. Manchmal werden sie in den alten Unterlagen nachschauen und erstaunt sein was früher geschah und sie werden dann ihren Weg weiter gehen. Was auch gut sein wird.

So sind wir dankbar mit Dir Jochen ein Stück Weges gemeinsam gegangen zu sein und wissen Dich jetzt in der Nähe Deiner Charlotte.

Christian Pesth – Weggefährte von Jochen Fricke