Über partnerschaft-tansania-muenchen.de

Die Partnerschaft der evanglisch-lutherischen Dekanate München Ost / Südost mit Makambako / Ilembula, Tansania lebt aus:

  • den Begegnungen der Partner
  • Treffen der Beauftragten für Partnerschaft, Entwicklung und Mission (PEM)
  • gemeinsamen Projekten

 

 


Ich, der Webmaster, bin Andreas Eckel.

Am 24.03.2017 habe ich von Jochen Döring die Pflege der Seite www.partnerschaft-tansania-muenchen.de übernommen.

Lieber Jochen, ich möchte Dir an dieser Stelle für den Aufbau und die jahrelange Pflege der Website herzlich danken!

 


„Wenn Sie eine Idee davon bekommen wollen, wie Arme leben,

dann stellen Sie sich vor, Sie hätten für fast den gesamten täglichen Bedarf (ohne Miete) nicht mehr als 99 US-Cent am Tag zur Verfügung.

Das ist nicht leicht, in Indien bekommen Sie dafür etwa 15 kleine Bananen oder drei Pfund Reis minderer Qualität.
Kann man davon leben?
Im Jahr 2005 taten dies weltweit etwa 865 Millionen Menschen, 13 Prozent der Weltbevölkerung.

Das Verblüffende ist, dass selbst Menschen, die so arm sind, uns in fast allem gleichen.

Wir haben dieselben Wünsche und Schwächen; die Armen sind nicht weniger rational als andere, ganz im Gegenteil.
Eben weil sie so wenig haben, denken sie oft viel sorgfältiger nach, bevor sie sich für etwas entscheiden: Sie müssen höchst wirtschaftlich denken, um zu überleben.

Und doch sind unsere Leben völlig unterschieden.

Das hat viel mit dem zu tun, was wir in unserem eigenen Leben für selbstverständlich halten, ohne groß darüber nachzudenken.
Wenn Sie mit 99 US-Cent am Tag auskommen müssen, heißt das, dass Sie nur sehr eingeschränkten Zugang zu Information haben, denn Zeitungen, Fernseher, Bücher kosten Geld.

Das heißt, von vielem, was für den Rest der Welt Allgemeinwissen ist, haben Sie noch nie gehört, etwa dass eine Impfung Ihr Kind vor Masern schützen kann.

Es heißt auch, in einer Welt zu leben, deren Institutionen nicht für jemanden wie Sie gemacht sind.
Die meisten armen Menschen beziehen keinen Lohn, geschweige denn, dass sie eine Rentenversicherung hätten, in die automatisch ein Teil davon fließt.
Es bedeutet, Entscheidungen über Dinge zu treffen, die mit einer Menge Kleingedrucktem einhergehen, obwohl Sie noch nicht einmal das Großgedruckte richtig lesen können.
Was macht jemand, der die Produktinformation einer Krankenversicherung nicht lesen kann, die eine ganze Reihe von Krankheiten mit unaussprechlichen Namen ausschließt?

Es bedeutet, wählen zu gehen, obwohl Sie von Ihrem politischen System nicht mehr mitbekommen als nicht eingelöste Wahlversprechen,

und es bedeutet, kein Geld zurücklegen zu können, weil die Bank aus Ihren Ersparnissen nicht einmal genug erwirtschaftet, um die entstehenden Verwaltungskosten zu decken.
Und so weiter.

Das Beste aus sich zu machen und für die Familie Vorsorge zu treffen, verlangt armen Menschen also viel, viel mehr Erfindungsgeist, Willenskraft und Einsatz ab. Umgekehrt sind es die kleinen Geldbeträge, die kleinen Hindernisse, die kleinen Fehler, über die die meisten von uns locker hinweggehen, die den Armen das Leben schwer machen.

Es ist nicht leicht, der Armut zu entrinnen,

aber das Gefühl, es schaffen zu können, und gezielte kleine Hilfen (etwas Information, ein leichter Anstoß) sind manchmal überraschend wirkungsvoll.
Andererseites bringen zu hoch gesteckte Erwartungen, fehlende Zuversicht und kleinere Hürden manchmal alles zum Scheitern.“

aus: Poor Economics: Plädoyer für ein neues Verständis von Armut, Banerjee, Abhihit und Dulfo Esther


Das Bild auf der Startseite zeigt die Livingstone Mountains:
Livingstone Woods Panorama

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