Besuch in Uhambule 2013

Wir wollten bei dieser Reise das fruchtbare, grüne Tansania erleben, bei der Ernte dabei sein, deshalb waren wir in der Regenzeit unterwegs. Kirche und Häuser von Uhambule lagen inmitten von hohen Maisstauden und Sonnenblumenfeldern. Es hatte in den letzten Monaten schon reichlich geregnet und das läßt auf eine gute Ernte hoffen.

Ein Partnerschaftsbaum wird gepflanzt

Wir freuten uns, altbekannte Gesichter zu treffen und wurden im Gottesdienst von vielen neuen Gemeindemitgliedern herzlich begrüßt. Mit Lukas 13,17 überbrachten wir Grüße von der Kreuz-Christi Kirche. Zur Vereinfachung der Kommunikation zwischen Uhambule und Höhenkirchen hatten wir ein kleines Netbook mitgebracht. Allerdings mussten wir feststellen, dass die Internetverbindung nicht stabil ist, so dass Pastor Swallo den Brief jetzt zwar in Uhambule schreiben kann, aber die e-mail im 15 km entfernten Makambako abschicken muss.
 Immerhin wurde die Straße dahin verbessert, nicht geteert, aber befestigt, und das verkürzt die Fahrtzeit mit dem Auto von einer Stunde auf eine halbe. Einmal am Tag verkehrt jetzt ein öffentlicher Kleinbus, der immer hoffnungslos überladen ist. Bauern und Bäuerinnen aus Uhambule transportieren landwirtschaftliche Erzeugnisse, wie Tomaten und Gurken zum Verkauf nach Makambako.

Entgegen unserer Erwartung konnten wir nicht mit dem neuen Kirchenauto fahren, da es wegen eines Unfalls noch nicht bis Uhambule kam. Das von uns mitfinanzierte Motorrad war aber in vollem Einsatz, und wurde vom Pfarrer und den Evangelisten genutzt. Auch viele von uns gelieferte Solarlampen waren in den Häusern installiert.

Erstaunt waren wir über den neu eingerichteten Kindergarten. Über 40 Kinder fanden sich ein im Nebenraum der Kirche, der bisher die Nähschule beherbergte. Sarah Ndondole, der frisch ausgebildeten, sehr engagierten Erzieherin, gelang es mühelos, die Kinder zu betreuen. Vorschulmäßig lehrte sie den Kindern einfache Fertigkeiten, macht Rechen-und Schreibübungen. Die Kinder dürfen auch draußen spielen, leider haben sie kein Spielzeug. Sarah wünscht sich eine Rutsche und eine Schaukel.

Vor der Kirche

Die Nähschule ist nun in ein kleines Zimmer neben dem Kindergarten gerückt, eine neue Lehrerin und 3 Schülerinnen nähen hier schicke Röcke und Hemden auf den von uns geschickten alten Nähmaschinen. Wir haben mehrere Kleidungsstücke zum Verkauf in Höhenkirchen mitgebracht. Die Enge im Kindergarten und dem Nähzimmer zeigt, dass die Errichtung eines weiteren Gebäudes dringend notwendig ist.

Sehr interessiert waren wir daran, das letztjährige Tree-planting-Jahresprojekt zu besichtigen. Dazu fuhren wir mit Dekan Mungongo nach Kitandilio, das etwa 60 km (also über 2 h Fahrt) östlich von Makambako liegt. Auf einem etwa 50 ha großen, hügeligen Gelände mit weiter, wunderschöner Aussicht, wurden bisher fast 40.000 Pinienbäume gepflanzt, und mehrere Bienenkästen für Bienenhaltung aufgestellt. Diese Bäume in der fruchtbaren, regenreichen Gegend um Kitandililo werden erst in etwa 10-15 Jahren Gewinn bringen fürs Dekanat, sind aber auch von großem ökologischem Nutzen.

Dann besuchten wir Mjemwema, die neue Partnergemeinde von Ottobrunn, entstanden erst vor 3 Jahren in einem Stadtteil von Makambako, mit bereits fertig ausgestatteter Kirche und einem im letzten Jahr gebauten Pfarrhaus. Wir trafen alle Mitglieder des Partnerschaftskomitees, sie waren sehr interessiert und stellen viele Fragen. Auch sie haben in einer entfernten Gegend ein Grundstück gekauft und wollen Bäume pflanzen. Außerdem bestehen Pläne für den Bau eines Hauses für Kindergarten und Büroräume. Die städtische Gemeinde hat wegen ihren zahlungskräftigeren Spendern einen größeren finanziellen Spielraum als eine Kirchengemeinde auf dem Land.

Eine Frau holt Wasser für den Partnerschaftsbaum

In Njombe wurden wir auch von Bischof Mengele und seinem Assistenten Dr. George Fihavango begrüßt. Dieser drückte seine Besorgnis aus über die derzeitige politische Entwicklung Tansanias. Es gibt Bestrebungen, die säkulare Verfassung zu ändern, um eine moslemische Staatsform zu etablieren. Über Sansibar dringen auch radikale, islamisch-fundamentalistische Strömungen ins Land, die die Christen bedrohen. Ein katholischer Pfarrer ist schon getötet worden und auf Kirchen wurden Brandanschläge verübt. Dies erfüllt die tansanische Kirche mit großer Sorge, auch angesichts der bedrückenden Situation der Christen in Ägypten, Syrien und dem Irak.

Zum Schluss hatten wir dann kaum noch genug Zeit, alle 10 Predigtstellen von Uhambule zu besuchen. Dabei waren die Begegnungen mit den fremden Menschen, die uns so viel Vertrauen und Wärme entgegenbrachten, das Schönste und Beglückenste an der Reise. Der gemeinsame Glaube schafft eine Verbindung über Sprach-und Kulturgrenzen hinweg.