Treffen mit Dr. Msigomba, stellv. Chefarzt, des Lutherischen Krankenhauses in Ilembula am 18. Juni 2017 in Haar


Im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag, dem 18. Juni 2017, fand in der Jesuskirche Haar ein Treffen mit Dr. Erick Msigomba, stellv. Chefarzt des Krankenhauses Ilembula und Chefarzt der dortigen Augenklinik und dem Ehepaar Kronenberg aus Altdorf bei Nürnberg statt. Herr Dr. Kronenberg war als Arzt im Krankenhaus Ilembula von 1996 bis 2000 tätig und beabsichtigt, über Mission EineWelt zusammen mit seiner Frau – sie ist Pfarrerin – wieder dort zu arbeiten.

Bereits im Gottesdienst hatte Frau Pfarrerin Meyer den Besuch aus Ilembula und Altdorf im Namen der Gemeinde der Jesuskirche herzlich begrüßt. Jochen Döring wies darauf hin, dass die Partnerschaft zwischen Haar und Ilembula ja darin begründet ist, dass beide Gemeinden ein überregional bedeutendes Krankenhaus haben. Dr. Msigomba stellte im Anschluss die kontinuierliche Unterstützung des Krankenhauses durch die Partnerschaft der Jesuskirche Haar heraus. Wichtige Hilfslieferungen waren z.B.

  • ein Zeiss-Mikroskop für die Augenklinik,
  • ein fabrikneues Röntgengerät
  • viele medizinische Geräte für Fachbereiche.

Durch die finanzielle Hilfsbereitschaft konnte z.B.

  • der Ausbau der ländlichen Ambulanz durch das Krankenhaus Ilembula und
  • die notwendige Reparatur des Notstromaggregats des Krankenhauses und eine stabile Elektrizitätsversorgung

erreicht werden. Dafür sprach Dr. Msigomba den Aktiven der Partnerschaft der Jesuskirche auch im Namen des Krankenhauses seinen ganz herzlichen Dank aus.


Dr. Msigomba stellte die Fortschritte in der augenärztlichen Versorgung durch das Krankenhaus Ilembula dar. In den letzten Jahren ist es gelungen, zahlreichen durch grauen Star erblindeten älteren Menschen durch Operationen die Sehkraft wiederzugeben. Diese Behandlungen können aufgrund des technischen Fortschritts mittlerweile auch ambulant in der Region durchgeführt werden. Ursachen des grauen Stars sind nach Dr. Msigomba vielfach das Alter, Unfälle, angeborene Fehlstellungen und das in Afrika besonders intensive Sonnenlicht.

Unterstützt wurden die Aktivitäten der Augenklinik des Krankenhauses durch die großzügige Spende einer Speyer’er Bürgerin für den Bau einer ganz neuen, modernen Augenklinik. Für Dr. Msigomba war dabei nicht nur die Hilfsbereitschaft beispielhaft, sondern auch die laufende Kommunikation über Internet, in der laufend über den Baufortschritt berichtet und die Freigabe weiterer Mittel ausgelöst wurde. Das ging sogar so weit, dass auch die gerechte Bezahlung der Arbeiter Gegenstand der Abstimmungen waren. Mit der Segnung durch Bischof Mengele wurde die Augenklinik im letzten Jahr eingeweiht.


Herr Dr. Kronenberg wies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit einer konstanten und sicheren Stromversorgung hin, die besonders für die energieintensive Sterilisierung der OP-Geräte unabdingbar ist. Auch merkte er an, dass es für gute Ärzte wie Dr. Msigomba absolut notwendig sei, gute Rahmenbedingungen bei Personal, Auto und der privaten Unterbringung vorzufinden, um erfahrene Ärzte auch in der eher ländlichen Region Südtansanias zu halten.

Die Frage der Weiterentwicklung stellt sich nach Meinung beider Ärzte auch für das Krankenhaus Ilembula. In den letzten 20 Jahren hatte es sich einen hervorragenden Ruf in der Geburtshilfe erarbeitet. Durch die neuerdings entstandenen lokalen Ambulanzeinrichtungen ist dieser Bedarf und damit eine bedeutende Einnahmequelle zurückgegangen. Es werden nun neben der hervorragenden Augenheilkunde Möglichkeiten einer weiteren Spezialisierung gesucht und Bereiche wie HNO, Orthopädie und Laparoskopie (Minimalinvasive-Chirurgie) angestrebt. Die Notwendigkeit solcher Spezialisierungen als Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit eines Krankenhauses stellt sich nach Dr. Kronenberg gleichermaßen in Tansania wie in Deutschland.

Zunächst ist für das Krankenhaus in Ilembula aber noch die Errichtung eines neuen OP-Gebäudes (englisch „theatre“) mit mehreren Operationssälen eines der vorrangigen Ziele, um aus medizinischer Sicht eine gute Notfall- und Regelversorgung gewährleisten zu können.
Das Krankenhaus Ilembula hat derzeit 317 Betten, davon sind 29 Betten im Bereich der Augenklinik. Die Kosten der medizinischen Versorgung für Kinder unter 5 Jahren, Schwangere und älteren Menschen über 60 Jahre werden vom Staat übernommen.

In einem aktuellen Flyer (für den Evangelischen Kirchentag) verweist die Medikamenten-Hilfsorganisation action medeor als konkretes Hilfsbeispiel auf das Krankenhaus Ilembula. Dr. Msigomba und Dr. Kronenberg betonten die sehr gute und verlässliche Arbeit von action medeor, die für Südtansania ein Depot für medikamentöse Versorgung in Makambako betreibt und auch Ilembula beliefert. Dr. Kronenberg verwies im übrigen darauf, dass bei Ultraschallgeräten wegen der stark gesunkenen Kosten Neugeräten der Vorzug gegeben werden sollte. Jochen Döring bat zum Schluss des Treffens, mögliche Geräte- und sonstige Sendungen für das Krankenhaus zunächst mit ihm abzustimmen, damit er den Bedarf und die Abwicklung mit dem Krankenhaus Ilembula abstimmen kann.

Das Treffen und die Diskussion gaben auch den Vertretern anderer Partnerschaften aus den Prodekanaten des Münchener Ostens und Süd-Ostens einen guten und informativen Einblick aus erster Hand in die Entwicklung des Krankenhauses.

Ein kleines Highlight am Rande: der Verwaltungsdirekter des Krankenhauses, Bryceson Mbilinyi, hatte sich dem Treffen über whatsapp per Smartphone zugeschaltet, wünschte eine gute Diskussion und übermittelte allen Anwesenden seine besten Grüße.

Haar / Oberhaching im Juni 2017
Jochen Döring / Ulrich Werwigk

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