Jahresbericht 2016 der Partnerschaftsarbeit der Prodekanate Ost/Südost

Missionstage Petersberg

Das Jahr begann für alle Partnerschaftsleute des Dekanats wie üblich mit einem Wochenendseminar in Petersberg, diesmal zum Thema

Rassismus: Schwarzsein-Weißsein – alles nur Einbildung.

Es warf diesmal einen kritischen Blick auf das ‚Helfen-wollen‘. Mehr als 60 Teilnehmer folgten den Ausführungen von Tahir Della und Timo Kiesel vom Berliner Verein für postkoloniale Bildungsarbeit „glokal“. Sie diskutierten kontrovers darüber, wie rassistische Strukturen erkannt und überwunden werden können. Teilen, statt spenden, auch teilen von Macht, wie geht das?

Besuch von Bischof Mengele aus Njombe

Einen Höhepunkt des Jahres bildete der Besuch von Bischof Mengele aus Njombe. Er war unterwegs zusammen mit Frau Atu Bange, der Leiterin der Gesundheitsdienste in der Süddiozöse Tansanias.
Sie besuchten die Münchner Prodekanate Ost/Südost und Mitte für eine Woche im Mai im Anschluss an ein Seminar in Wittenberg.

Die Zeit war zu kurz für das umfangreiche Programm, das die Münchner dem Gast bieten wollten. Dennoch fanden neben Besuchen in Flüchtlingsunterkünften, St. Ottilien und bei der Diakonia, intensive Gespräche statt.

Der Bischof bedankte sich sehr für die jährlichen Containerlieferungen und die zahlreichen Projekte der Münchner Partner. Er betonte aber auch die Bedeutung des tansanischen Wortes ‚Uhusiano‘ in der Partnerschaft:

to learn from each other, to accept each other and to pray for each other.

Den Abschluss des Besuches bildete der schöne Pfingstgottesdienst in St. Matthäus mit Landesbischof Bedford-Strohm.

Pfingsten in St. Matthäus

Virtueller Kirchentag

Ein Novum im Partnerschaftsleben hat im Oktober stattgefunden: ein virtueller Kirchentag.

Die Idee war, übers Internet gleichzeitig an vielen Orten der Welt Gottesdienst zu feiern und sich auszutauschen: eine technische und organisatorische Herausforderung. In München hat sich in der Markuskirche ein Kreis von Interessierten getroffen. Über eine große Leinwand wurden eine Predigt aus Liberia und ein Chor aus Korea gehört.

Anschließend hat jede Gruppe versucht, sich mit den jeweiligen Partnern über Skype zu verbinden.

So konnte direkt mit Kiew kommuniziert werden und mit Ilembula in Tansania. Dort sang ein Chor ein tansanisches Lied zur Melodie der deutschen Nationalhymne. Die Tansanier wiederum waren beeindruckt von der schönen Markuskirche.

Jahresempfang von Mission EineWelt in München

Mission EineWelt, das Zentrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der ELKB in Neuendettelsau, hat seinen diesjährigen Jahresempfang im Oktober in der Markuskirche in München abgehalten. Ausgewählte, langjährige ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter wurden für ihr Engagement in der Partnerschaftsarbeit geehrt. Regionalbischöfin Breit-Kessler und Stadtdekanin Kittelberger betonten in ihren Grußworten die Notwendigkeit des Evangeliums für unsere Welt und die Zusammengehörigkeit aller Christen. Allerdings verstelle unsere Lebensweise den Blick auf die Botschaft Jesu oft. Da gilt es von Menschen aus anderen Erdteilen zu lernen, von ihrer Freude und lebendigen Hoffnung. Die Ansprache hielt Dr. Fidon R. Mwombeki vom Lutherischen Weltbund zum Thema: Reformation und die eine Welt.

Aus der Arbeit des Partnerschaftsausschusses

Der Ausschuss trifft sich 6-8mal im Jahr zu ausführlichen Beratungen und Planungen. Zusätzlich besteht ein ständiger, reger e-mail Verkehr unter den Mitgliedern.

Nach langen Vorabarbeiten im Ausschuss, Beratungen und Korrekturen von Dekanats-und Prodekanatsseite konnte die Geschäftsordnung abgeschlossen werden und ist nun rechtskräftig.

Ulrich Werwigk hat im März die Aufgaben des Schatzmeisters von Jochen Döring übernommen.

An Jochen Döring vielen Dank für seine langjährige, gewissenhafte Arbeit.

Das Konto wird als Selbstabschließerkonto beim Kirchengemeindeamt geführt.

Die drei Arbeitskreise Fittingschool, Emmaberg, Ilembula Hospital arbeiten und freuen sich über weitere Unterstützung personeller wie finanzieller Art. Wie bei allen Projekten werden Fragen zu Kosten und Nutzen der Unterstützung, Wünsche der Partner, etc. intensiv beraten und abgewogen.

Container

Wie jedes Jahr wurden wieder zwei Container mit Kleidung, Schuhen, Computer und anderen nützlichen Dingen nach Makambako geschickt, um die Gemeinden in Tansania zu unterstützen. Dies ist nur möglich durch den Einsatz von vielen Helfern aus den 19 Gemeinden des Prodekanats beim Sammeln, Verpacken und Verladen der Waren.

Partnerschaftsarbeit ist visionär

Im SZ- Magazin vom 19.2.2016 stand ein Artikel über Flüchtlinge aus Afrika und Schlepperbekämpfung. Offizielle EU Hilfe fördere Korruption und den Machterhalt von Despoten. Neben der Schaffung von legalen Einreisemöglichkeiten nach Europa sehen die Journalisten eine Lösung in der Zusammenarbeit von deutschen und afrikanischen Universitäten, Schulen und Krankenhäusern, etc, um die Zivilgesellschaft zu fördern. Das versuchen wir in der Partnerschaftsarbeit ja schon seit 30 Jahren.

Es wäre schön, wenn sich für diese wichtige Arbeit mehr Mitarbeiter in den Gemeinden finden ließen.

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