Das A und O ist a g’scheite Ausbildung

Jürgen Hain hat diesen Artikel am 16.4.2016 für die Gemeindezeitung der Jesajakirche geschrieben – ein Beispiel für vorbildhaftes Engagement

Stellen Sie sich vor, eine Tochter/ein Sohn aus Mavande reparieren selbstständig defekte Solaranlagen dort (solche sind z.Zt. an Kirche, Gemeindehaus, Krankenstation)! Oder ein anderer Jugendlicher dort kann, ganz professionell, defekte Türschaniere und metallene (daher termitensichere) Kirchenfenster-Rahmen schweißen. Sie können sogar Solaranlagen komplett installieren, Autos reparieren, nicht nur in Mavande sondern auch in anderen Orten der Gegend, und sie können damit für sich und ihre zukünftigen Familien einen Lebensunterhalt verdienen.
Was für uns selbstverständlich klingen mag, ist es aber im völlig landwirtschaftlich geprägten Mavande, unserer langjährigen Partnergemeinde in Tansania, im ostafrikanischen Hochland, keineswegs. Aber um dieses zu ermöglichen, ist in unserer Gemeinde die Initiative „Berufsausbildung für Mavande“ entstanden: einigen Jugendlichen aus Mavande eine vollständige handwerkliche Berufsausbildung zu ermöglichen. Das Ziel kann vielleicht so zusammengefasst werden: die Lebenssituation in Mavande und Umgebung durch das Vorhandensein von Handwerkern zu verbessern und neue Lebensperspektiven für Jugendliche zu schaffen, zusätzlich zu denen in der (Selbstversorger-)Landwirtschaft.
Zunächst wurde diese Idee mit dem Dekan Lupenza, welcher für Mavande zuständig ist, auf dessen Besuch in München im Juli 2015 besprochen, er zeigte sich begeistert! Der Partnerschafts-Ausschuß der Kirchengemeinde Mavande hat 2 Mädchen und 2 Jungen dafür ausgewählt, welche eine 3-jährige Ausbildung an der Berufsschule Mafinga machen wollen, in den Fächern „Erneuerbare Energien“, Kochen, Schneidern, und Automechanik. Mafinga ist eine Stadt gut 100 km von Mavande entfernt, die Schule hat auch ein Wohnheim für die Schüler. Sie haben am 16.Feb. ihre Ausbildung dort begonnen. Wir halten ihnen die Daumen dafür!
Zur Finanzierung haben wir 1100€ nach Mavande geschickt und werden weitere 550€ im Juli senden, damit sind alle Schulgebühren incl. der Unterkunft und Verpflegung für alle 4 Jugendliche für das erste Ausbildungsjahr abgedeckt. (Das sind für uns erstaunlich geringe 35€ pro Schüler pro Monat!)
Bei uns machen bis jetzt schon 7 Spender begeistert mit, und haben 1775€ für dieses Projekt gegeben. Und haben versprochen auch die weiteren zwei Jahre der Ausbildung dieser Jugendlichen zu unterstützen. Unsere Gemeinde kann das also „stemmen“! Ein herzliches Dankeschön an alle Spender! Koordiniert und überwacht wird das Projekt von unserem Kirchen-Ausschuß für Mavande (auch „Partnerschafts-Ausschuß“ oder „Missions-Ausschuß“ genannt). Gesammelt wird das Geld auf dem „Mavande-Konto“ unserer Gemeinde, siehe die Seite „Gute Adressen“ am Ende dieses Heftes, ganz unten.
Unsere weiteren Pläne und Ideen? Um evtl. im nächsten Jahre weiteren Jugendlichen den Start einer Ausbildung zu ermöglichen, würden wir weitere Spender brauchen. Und: in der wesentlich näher gelegenen Stadt Ilembula wollen die beiden zuständigen Dekane Lupenza und Kuyava eine (ebenfalls von der Lutherischen Kirche Tansanias betriebene) Berufsschule wieder eröffnen. Das könnten wir unterstützen, indem wir Schülern eine Ausbildung dort bezahlen. Und Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen und Ausbildung zu ermöglichen, ist eine der besten Arten von Hilfe bei der Entwicklung.
Neue Spender/Paten für solche Ausbildungen sind also höchst willkommen! Ansprechpartner: der Verfasser dieses Artikels, per Email: H.Juergen.Hain@gmail.com oder über die Pfarrer/das Gemeindebüro.
Zum Schluß noch ein Gedanke zur aktuellen Situation in unserem Land: Man spricht von „Fluchtursache Perspektivlosigkeit und Armut bekämpfen“. M.E. ist dies ein Beitrag dazu: Zusätzliche Perspektiven für die afrikanischen Jugendlichen im eigenen Land schaffen!
Jürgen Hain